Naherholung
Ketscher Rheininsel
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Nur über eine Holzbrücke erreichbar bietet die Ketscher Rheininsel als beliebtes Ausflugsziel ein Eldorado für alle Erholungssuchende und Naturfreunde. Das 460 ha große Naturschutzgebiet von überregionaler Bedeutung, ist ein wichtiger und oft einziger Rückzugsort für seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten.
Im Oberrheingraben hat sich der Rheinstrom vor ca. 10.000 Jahren im Bereich zwischen den Städten Karlsruhe und Mainz in zahlreichen Schleifen in die eiszeitlichen Grabenauffüllungen eingeschnitten. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts (1833-1845) wurde im Zuge der Rheinkorrektion Tullas bei Ketsch eine dieser Flußschleifen etwa in der Mitte durchstochen. So entstand eine Insel, die von dem halbkreisförmigen Altrhein und dem begradigten Rheinstrom umschlossen wird. Die alte Flußschleife ist auch heute noch mit dem Strom verbunden, und die Insel wird nach wie vor von den Hochwassern des Rheins überflutet. Sie ist eines der letzten großflächigen Überschwemmungsgebiete am Oberrhein mit Resten natürlicher bzw. naturnaher Auewälder. In tiefliegenden feuchten Schluten und auf hochliegenden trockenen Kiesrücken finden sich Wiesengesellschaften, die in der nordbadischen Rheinebene nur noch selten vorkommen. Die Rheininsel weist eine vielfältige und auetypische Pflanzen- und Tierwelt auf. Von 1000 bisher dokumentierten Arten ist ein gutes Fünftel als selten bzw. gefährdet einzustufen. Das Wechselspiel von strukturreichen Wäldern, Wiesen und Gewässern birgt einen hohen landschaftlichen Reiz, der hier nicht von raumbeanspruchenden Baulichkeiten beeinträchtigt wird.
Auf der Rheininsel werden dem Besucher immer wieder "urwaldartige" Waldbilder begegnen. Vor allem rechts und links der Rohrhöfer Allee stehen Eichen-Wälder, die von zahlreichen Lianen- und Rankenpflanzen überwuchert sind. Mitunter findet sich darunter auch die Ranke des Wilden Weins. Die lichtliebende Rebe überzog einst ganze Waldränder entlang der Rheinufer und hat auf der Ketscher Insel eines ihrer letzten natürlichen Vorkommen. Der Kernbereich der Insel liegt so hoch, dass er nur bei außergewöhnlichen Hochwassern überflutet wird. Hier gedeihen kräftige, dauerhafte Baumarten wie Eiche, Esche und Ulme. Man spricht deshalb von der Hartholzaue. Entlang des Altrheins bietet sich ein anderes, nicht minder urwüchsiges Waldbild. An diesen periodisch längere Zeit überschwemmten Standorten können nur Baumarten gedeihen, die lange Überflutungen ertragen, wie z.B. die Silberweide. Da das rasch wachsende Holz dieser Bäume verhältnismäßig leicht, weich und biegsam ist, spricht man hier von der Weichholzaue.
Die Wälder der Ketscher Rheininsel weisen vermutlich schon seit dem Mittelalter kleinere "Blößen" auf. Diese Rodungen dienten einst der Streu-, Futtergras- und Schilfnutzung sowie der Viehweide und wurden in jüngerer Zeit meist als Mähwiesen bewirtschaftet. In Abhängigkeit von der Höhenlage und der Bewirtschaftungsintensität haben sich die unterschiedlichsten Wiesengesellschaften entwickelt, von der feucht-nassen Pfeifengras-Wiese bis zur trockenen Salbei-Glatthafer-Wiese. Ein Kiesrücken der Insel liegt so hoch, dass er nie vom Hochwasser erfasst wird. Da der Boden überdies sehr nährstoffarm ist, konnte hier mitten in der feuchten Rheinaue sogar ein Halbtrockenrasen entstehen. Viele Tiere, insbesondere zahlreiche Insektenarten, nutzen die ungedüngten, blütenreichen Wiesen als Nahrungsquelle, Nistplatz, Jagdrevier und Ruhestätte.
Karl-Ludwig-See
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Helfen Sie mit das Kleinod "Karl-Ludwig-See" für kommende Generationen zu erhalten. So ist im Naturschutzgebiet Karl-Ludwig-See ist das Autofahren strengstens untersagt!
Das Fahren mit motorisierten Fahrzeugen im Karl-Ludwig-See wird mit einer hohen Geldstrafe belangt.
Der ehemalige See war Mitte des 17. Jahrhunderts von Kurfürst Karl Ludwig in Stand gesetzt und vergrößert worden. Damals hatte er die Ausmaße von rund 170 ha und wurde vom Seebach, einem Nebenarm der Kraich, gespeist. Im 18. Jahrhundert wurde der See aufgegeben und es entstanden Wiesen und Schilfflächen. Heute hat das unter Naturschutz stehende Gebiet eine Größe von rd. 91 ha. Die sog. Niederungswiesen sind von einzelnen Gräben durchzogen. In und an den Gräben ist eine artenreiche Flora und Fauna vorzufinden. Die dominierende Feldgehölzart ist Weissdorn zusammen mit Schlehe, Feldulme, Pfaffenhütchen und vereinzelt Holunder. Entlang der Gräben haben sich schützenswerte Feuchtpflanzengesellschaften angesiedelt. Der Pflanzensaum an den Gräben besteht aus Rohrkolben, Schilf, Igelkolben, Gelber Schwertlilie und verschiedene Carex Arten. In den Gräben selbst finden sich unterschiedliche Schwimmblatt- und Wasserpflanzengesellschaften. Je nach Wasserstand in den Gräben sind dies Wassersellerie, Brunnenkresse, Froschlöffel, Wasserstern und Wasserschlauch. Schilf ist die am häufigsten anzutreffende Pflanze.
Anglersee (Kreuzwiesensee)
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Der Anglersee liegt in der eingedeichten Altaue. Der See weist eine Wasserfläche von ca. 11,5 ha auf und erhält seinen Zustrom ausschließlich durch Grundwasser. Das Gelände des Sees steht im Eigentum der Gemeinde Ketsch, die dieses an den hiesigen Angelsportverein verpachtet hat. Von diesem Verein wird der See als Sportfischereigewässer genutzt. Außerdem wird in einer Hegeanlage die Aufzucht von Jungforellen betrieben. Die Umgebung des Sees ist als Erholungsgelände gestaltet.
Hohwiesensee
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