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Pressekonferenz im Rathaus

Von der Idee bis zur Umsetzung eines engagierten Projektes: Sechstklässler der Neurottschule als Autoren aktiv

Ein eigenes Buch mit der Klasse zu schrei­ben, ist ja wirklich sehr cool und wahr­scheinlich bekommt man so eine große Chance nicht mehr wieder“, brachte Leo­nie Hemmerich die Begeisterung auf den Punkt: 31 Schülerinnen und Schüler der Klassen 6a und 6b hatten sich die Aufgabe gestellt, ein Buch zu schreiben. Das Ergeb­nis dieses Projektes stellten sie bei einer Pressekonferenz im Rathaus vor.
Bürgermeister Jürgen Kappenstein hieß die Schülerinnen und Schüler, Autorin Carola Kupfer, Verleger Wolfgang Schröck- Schmidt, Eltern und Lehrer herzlich will­kommen. Ein weiterer Gruß ging an den Brühler Bürgermeister Dr. Ralf Göck, der ebenfalls ins Ketscher Rathaus gekom­men war, um das „Team Neurott“ und des­sen Geschichte kennen zu lernen. Bürger­meister Kappenstein brachte seine Freude über das Engagement der Sechstklässler zum Ausdruck. Das Buch beinhalte nicht nur eine fiktive Geschichte zum Thema Mobbing, sondern auch die Sage des En­derle, mit der sich die Jungautoren inten­siv beschäftigt haben.
Carola Kupfer, die das Projekt mit Work­shops intensiv begleitet hatte, sprach den Jugendlichen ein großes Kompliment für ihre Arbeit aus und Verleger Schröck- Schmidt gestand: „Ich mag die Geschichte vom Enderle. Ketsch erinnert hierbei ein wenig an das umzingelte Dorf von Aste­rix und Obelix: Im 16. Jahrhundert liegt Ketsch zwar in Kurpfalz, aber es gehört zu Speyer und die Bauern zeigen immer wie­der, dass sie sich von der Obrigkeit nicht alles gefallen lassen.“
Joachim Rumold, Rektor der Neurottschu­le, war spürbar stolz auf die Sechstklässler: „Mit der Verwirklichung dieses kreativen Projektes konnten sie Erfahrungen fürs Leben sammeln. Genau das ist eine vor­rangige Aufgabe der Schulen.“ Rektor Rumold erinnerte daran, dass die Kultur­arbeit ein zentraler Lerninhalt der Neu­rottschule sei. Das kulturelle Profil soll die Neugierde auf Kunst, Theater, Tanz, Musik und Literatur wecken. Die Neurottschule strebe an, nachhaltige Strukturen für ein vielfältiges Angebot der kulturellen Bil­dung zu schaffen, was in den vergange­nen Jahren bei verschiedenen Projekten der „Kulturbühne“ bereits umgesetzt worden sei.
Lehrerin und Pro­jektleiterin Anette Schwab ließ keinen Zweifel daran, dass dieses Projekt Spaß gemacht hat - trotz der arbeitsintensi­ven Wochen, in de­nen Handschriften entziffert, Schreib­blockaden gelöst sowie mitunter fantasievolle Recht­schreibung und kreativer Satzbau in korrektes Deutsch umgewandelt wer­den mussten. Es sei faszinierend gewe­sen, mit welchem Feuereifer die Jung­autoren ans Werk gingen und sich der He­rausforderung stellten. „Die Schülerinnen und Schüler haben viel über Ketsch und seine Region gelernt, sie haben Teamfä­higkeit trainiert und ihre Aufgaben mit Bravour gemeistert.“ Ein herzlicher Dank ging sodann an alle, die dieses Projekt un­terstützt hatten: Eltern, Lehrerkollegium, Förderverein Neurottschule, Bürgermeis­ter Kappenstein und viele Sponsoren.

Recherchen und Workshops

Bestens vorbereitet hatten die Pressespre­cher Leonie Hemmerich, Nicolas Bruch­mann, Tim Bergbold und Sofia Worm eine Fülle an Informationen parat. Mit Fotos und lebhaften Schilderungen dokumen­tierten sie die Entstehung ihres Buches und berichteten vom Welttag des Bu­ches im April 2018, als sie bei „Buch und Ma­nufakturwaren bei Mi­chelfelders“ waren, dort den Verleger Wolfgang Schröck-Schmidt ken­nen lernten und vom Projekt „Buch macht Schule, Schule macht Buch“ erfuhren. Die Begeisterung war von Anfang groß und noch vor den Sommerferien stand fest, dass dieses Projekt im Herbst in Angriff genommen werden sollte. Zunächst galt es dann, das Thema des Buches festzule­gen: Da sich im Deutschunterricht im Sep­tember alles um die Sage drehte, wollten die Schülerinnen und Schüler ein Buch über den Enderle schreiben. Gleichzeitig lag ihnen am Herzen, auf die Folgen von Mobbing aufmerksam zu machen. Daher beschlossen sie, zwei Geschichten parallel zu schreiben, die fünf Jahrhunderte ausei­nander liegen: jene des Schultheißen En­derle und jene von Leon, der von seinen Mitschülern gemobbt wird.
Ein gutes Buch braucht Vorbereitung, dies wurde den Mädchen und Jungen in den folgenden Wochen klar. Vieles musste geplant werden, noch bevor ein einziger Satz geschrieben war: Bei einem Besuch im Schwetzinger Schloss wurde deutlich, wie man im 16. Jahrhundert gelebt hat. Verleger und Kunsthistoriker Schröck- Schmidt stand den Jungautoren mit Rat und Tat zu Seite, zeigte Bilder und gab Ein­blicke in damalige Sitten und Gebräuche. Autorin Carola Kupfer brachte dem „Team Neurott“ in zwei tollen Workshops bei, wie man ein Buch strukturiert und später für den Verkauf bewerben kann.
In Gruppen zu jeweils drei oder vier Schü­lern wurden die einzelnen Kapitel ge­schrieben - im Unterricht, aber oftmals auch zu Hause und in den Ferien. Planen, schreiben, diskutieren, korrigieren - es gab viel zu tun. Doch der Aufwand hat sich gelohnt: Denn das Ergebnis ist ein überaus lesenswertes Buch! Doch damit war das Projekt noch nicht beendet, denn die Sechstklässler hatten die Wahl gehabt zwischen schreiben oder schauspielern. Die Filmgruppe unter der Leitung von Ju­dith Heyer widmete sich mit ebenso gro­ßer Leidenschaft ihrer Aufgabe und spiel­te Szenen aus dem Buch nach. Der Film wird am 26. Februar um 18 und um 20 Uhr als „Kulturbühne“ im Kino Central gezeigt. Man darf gespannt sein! sas


  Buchbesprechung

(Erstellt am 20. Februar 2019)

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