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"theater en miniature"

Aufführung des Stückes "Findus zieht um": Expressive Geschichte über die Magie von gegenseitiger Nähe

Eine große Wanduhr vermittelt eine an­heimelnde Atmosphäre. Im Schlafzimmer von Pettersson ist alles friedlich, denn es ist 4 Uhr morgens und Pettersson gibt glückselige Schnarchgeräusche von sich. Dies könnte noch ein paar Stunden so bleiben, wenn Findus schlafen würde. Doch der Kater, der in einem eigenen kleinen Bett neben Pettersson liegt, ist bereits putzmunter. Also beginnt er mit seiner Lieblingsbeschäftigung: Er hopst vergnügt auf seinem Bett, das quietschen­de Geräusche von sich gibt. Das Gehüpfe jedoch raubt Pettersson seinen Schlaf...
Von der ersten Minute an gelingt es Pup­penspielerin Ellen Heese, die Aufmerk­samkeit ihres Publikums zu gewinnen. Und das ist keine Selbstverständlich­keit, denn im proppenvollen Ferdinand- Schmid-Haus sitzen mehrere Dutzend Kinder! Sie verfolgen mucksmäuschenstill und gebannt die Handlung auf der Bühne, wo die Geschichte „Findus zieht um“ nach dem Bilderbuch von Sven Nordqvist im Mittelpunkt steht.
Es gibt viel zu sehen und zu staunen: Kaum hat Pettersson deutlich gemacht, dass Findus seine Morgengymnastik wo­anders machen soll, beginnen die Turbu­lenzen und die Ereignisse überschlagen sich. Die Idee, das Toilettenhäuschen auf dem Hügel für Findus umzubauen, wird im Nu in die Tat umgesetzt. Mit großarti­ger Pantomime und subtiler Situations­komik baut Ellen Heese zusammen mit Pettersson das neue Heim für den Kater. Nach diesem Aufbau mit Hindernissen, an denen die Kinder spürbaren Spaß haben, bezieht Findus seine Schlafstätte.
Kehrt jetzt Ruhe ein im Hause Pettersson? - Ja, das tut es, doch zu viel Ruhe ist auch nicht angenehm. Denn zu viel Stille macht einsam...

Fantasievolles Puppenspiel

Diplom-Sozialpädagogin Ellen Heese ist seit 1985 als Puppen- und Figurenspie­lerin tätig. Regie führt Andrej Uri Garin, Diplom-Puppen- und Schauspieler sowie Diplom-Pädagoge. Er leitet seit 1991 das „theater en miniature“ und kümmert sich um den Bühnenbau. Eine wichtige Funk­tion im Team hat auch Mechtild Nienaber inne: Sie fertigt die wunderbaren Puppen an, die bis ins kleinste Detail ausgearbei­tet sind und einen liebevollen Charme versprühen.
Ellen Heese ist eine wahre Meisterin im fantasievollen Spiel mit den Puppen. In Sekundenschnelle schlüpft sie von einer Rolle in die andere, verändert ihre Stimme und verzaubert mit vielen kreativen Ideen, die das Theaterstück zu einem echten Er­lebnis machen. Musik, die das Geschehen adäquat untermalt, Sonne und Mond als symbolische Zeichen für den Wechsel von Tag und Nacht, Träume, die in ihrer Wir­kung zum Greifen nah sind: Bei dieser The­ateraufführung ist alles möglich. Und die Kinder fühlen mit Pettersson und Findus mit, die - plötzlich auf sich allein gestellt - den anderen sehr vermissen. Daran än­dern auch die gegenseitigen Besuche und das gemeinsame Verspeisen von leckeren Pfannkuchen nichts.
Es kommt, wie es kommen muss, denn es gibt nur eine Lösung für dieses Problem: Findus muss wieder bei Pettersson ein­ziehen. Die Kinder klatschen begeistert in die Hände und lassen keinen Zweifel dar­an, dass sie derselben Meinung sind. Und kaum schläft Findus eng an Pettersson gekuschelt in dessen Bett, ist alles wieder in bester Ordnung: Findus hat keine Alp­träume mehr vom bösen Fuchs und Pet­tersson träumt nicht mehr davon, dass die Hühner einen neuen Stall mit Swimming­pool und Wintergarten haben möchten. Stattdessen fühlen sich die beiden pudel­wohl - und damit das so bleibt, verspricht Findus, künftig frühestens um 7 Uhr mit dem Hopsen zu beginnen... sas

(Erstellt am 05. Februar 2020)

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