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Modern Folk

Vollblutmusiker und ihre Passion: Die britische Band "Other Roads" stellte ihre neue CD vor

Stimmungsvolle Balladen, aufrüttelnde Jigs und Reels, temperamentvoller Folk und eine Leidenschaft für die Musik, die Note für Note spürbar ist. Wenn die Band „Other Roads“ im Ferdinand-Schmid-Haus zu Gast ist, hört die Stundenuhr einen Abend lang auf zu schlagen. Dann zählt es nur, alle Sinne zu schärfen und - losgelöst von Zeit und Raum - der Klang geworde­nen Poesie zu lauschen.
Von der ersten Sekunde an suchen Pete Abbott, Gregor Borland und Dave Walmis­ley den Blickkontakt zu ihren Zuhörern und machen sich gemeinsam mit ihnen auf den Weg in die Welt der Musik. Dann ist jeder Ton von grenzenloser Wichtigkeit und eine anregende Einladung, sich dar­auf einzulassen!
An Instrumenten brauchen Pete, Greg und Dave nicht viel: Kein Schlagzeug, kei­ne aufwendige Elektronik ist vonnöten, um hervorragende authentische Musik zu machen. Greg ist Herr und Meister über seine Fiddle, entlockt ihr die schönsten Weisen - insbesondere bei den schotti­schen Tunes - und versteht es, den Bogen mit ruhiger Hand zu führen. Für manches Lied greift der Virtuose aber zur Bassgitar­re und stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass er auch ein Rock‘n‘Roller ist.
Dave gibt sich den Melodien oftmals mit geschlossenen Augen hin und lässt sich treiben von seinem perfekten Spiel auf Mandoline, Bouzouki oder Gitarre. Pete - Frontmann der Band - hat es im Blut: Wann immer er seine Gitarre in den Arm nimmt und die Saiten liebkost, zählt nur noch der Augenblick. Es ist Magie!
Trotz der intensiv versprühten Emotionen geht es auf der Bühne alles andere als ernst zu. Im Plauderton werden die Geschich­ten der Songs erzählt - Geschichten von treuer Liebe („The Dutchman“), von der Hoffnung auf eine zukünftig friedlichere Welt („Pray“) und von der Wichtigkeit der Zuhörer („Lighthouse“). Im Nu erklimmt auch der Spaß immer wieder ungeahnte Höhen - wie bei dem Lied „That‘s The Way of the World“, bei dem das Publikum kräf­tig mitsingt. Im Mittelpunkt des Konzerts steht die brandneue CD „Photographs“, die Volker Wörn gewidmet ist - einem guten Freund der Musiker. Bis zu seinem Tod im Jahr 2017 hatte die Band Jahr um Jahr während ihrer Auftritte in der Rhein- Neckar-Region bei ihm und seiner Frau Thea in Ketsch gewohnt. Die Verbunden­heit und Dankbarkeit zu Familie Wörn sind nach wie vor spürbar, und für Thea, die zum Konzert gekommen ist, singt „Other Roads“ einfühlsam das Lied „Family“.

Im Bann der Melodien

Die neuen Kompositionen von Pete und Dave begeistern das Publikum einmal mehr. „Chase Those Blues Away“ ist eine klangvolle Einladung zum Glücklichsein, „Photographs“, der Titelsong und Namens­geber der neuen CD, weckt Erinnerungen an vergangene Zeiten - Momentaufnah­men, die unvergessen bleiben. „In the Blink of an Eye“ beschreibt die Wichtigkeit eines Augenblicks und das Gespräch zwi­schen „Mother Earth & Nostradamus“ wirft überraschende Fragen auf.
In der familiären Konzert-Atmosphäre ist es für die Bandmitglieder selbstverständ­lich, auch von sich selbst zu erzählen und Einblicke in ihr privates Leben zu geben. So erfährt das Publikum, dass Pete und Dave in den letzten Jahren geheiratet haben und sehr glücklich sind. Greg hin­gegen hat eine Trennung hinter sich und lebt seit zwei Jahren nicht mehr in Spani­en, sondern wieder in seiner Heimatstadt Edinburgh. In einem Gespräch mit Pete beschrieb Greg diese schwierige Zeit: „Mein Glück passt in die Hosentasche, aber für meine Sorgen benötige ich einen Koffer.“ Aus dieser lyrischen Beschreibung wurde ein expressives Lied, das Pete für seinen Freund Greg komponierte: „Po­ckets of peace, a suitcase of sorrow...“
Es ist wieder ein Konzert der Extraklasse. Mehr noch: Es ist eine Musik, die berührt - mit Liedern, die federleicht über die Haut streicheln und mit Melodien, die der Spur der Sehnsucht folgen. Es wird gesungen („Windy Harbour“) und geklatscht („The Fisherman‘s Knife“), es wird geträumt und gelacht. Erst als der letzte Ton der Zugabe „London Road“ verklungen ist, beginnt die Stundenuhr wieder zu ticken. Und mit je­dem Schlag hallt sie noch nach: die zuvor gefühlte, Klang gewordene Poesie. sas

(Erstellt am 15. Oktober 2019)

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