Kindertheater

Pointierte Dialoge und Situationskomik

Puppenspieler mit seinen Tierfiguren

Was haben ein Känguru, ein Hase, eine Springmaus und eine Schlange gemeinsam? - Sie alle sind zu Gast im Ferdinand-Schmid-Haus! Dort stehen sie als liebevoll angefertigte Figuren auf der Bühne und durchleben ein Abenteuer. Im vollen Saal präsentiert das Blicklichter-Kindertheater - in Zusammenarbeit mit der VHS Schwetzingen - die Geschichte „Das kleine Känguru und der Angsthase“.

Eingebettet in eine vergnügliche Rahmenhandlung rund um „Dr. med. Wurst“ zieht Wolfgang Messner die Kinder vom ersten Augenblick an in seinen Bann. Mit schnellem und trickreichem Umbau der Kulissen geht es auf die andere Seite der Erdkugel: in das Land Australien.

Dort macht sich das kleine Känguru auf die Suche nach leckeren Beeren, um einen Geburtstagskuchen für die Mutter backen zu können. Begleitet wird das Känguru von seinem besten Freund, der Springmaus, und vom Angsthasen. Die Suche nach den Beeren ist gar nicht so einfach, denn im Wald heult der Wolf, im Wasser springt der „Ketscher Breitmaulfrosch“ hin und her, die Schleiereule ruft und der Hirsch röhrt. Zum Glück kann die „Schlabberschlange“ helfen - und ebenso die Zuschauer, die beim Imitieren der Tierlaute rekordverdächtige Leistungen erbringen... Lieder, Reime und Rhythmen zum Mitklatschen animieren Groß und Klein zum Mitmachen.

Durch das feinfühlig akzentuierte Bühnenbild bleibt genügend Raum für Illusionen aller Art. Wolfgang Messner überzeugt mit einem Füllhorn komödiantischen Talents und spontaner Situationskomik, die er im offenen Spiel pointenreich umzusetzen weiß - ein Spaß auch für Erwachsene, für die es „Extra-Wortwitze“ von Job-Sharing bis zur „Unterzuckerung“ gibt.

Im Nu schlüpft der Vollblutschauspieler in die jeweilige Rolle und mimt mit wandelbarer Sprache und Gestik die unterschiedlichsten Charaktere. Mit geübter Hand erweckt er seine Tiere zum Leben. Hier wird spürbar, dass er über einen reichen Erfahrungsschatz verfügt, denn Wolfgang Messner spielt seit Jahrzehnten Theater. Nach seinem Studium der Germanistik, Politologie und Theaterpädagogik absolvierte er eine Ausbildung bei namhaften Puppenspielern und erlernte auch das klassische indonesische Schatten- und Puppenspiel. Jede Szene wird mit intensiver Ausstrahlung gestaltet, die keinen Zweifel daran lässt, dass er das Theaterspiel liebt.

An der Seite von Wolfgang Messner helfen die Kinder eifrig mit, das Känguru aus der Schlucht zu ziehen. Bei so viel Mithilfe muss es natürlich ein Happy-End geben: Der Beerenkuchen wird gebacken und alle lassen es sich schmecken. Zwar hat die Känguru-Mama nicht Geburtstag, aber allein die Freude darüber, dass alle da sind, ist es wert, ein Fest zu feiern. Denn wie sagte der Tierarzt zu Beginn der Inszenierung so schön: „Die Welt ist bunt, man muss sie entdecken!“ sas/Foto: Janson