72. Fasnachtsumzug

Straßen-Spektakel in heiterem Gewand

Motivwagen als Schiff mit Piraten an Bord

Die Witterung meinte es gut mit den Ketschern! Nach heftigen Regengüssen am Samstag blieb der Sonntag trocken und bescherte gutes Umzugswetter.

„Ahoi!“, tönte es durch die Straßen! Die Enderlegemeinde war am Fasnachtssonntag fest in Karnevals Hand: 80 Zugnummern machten sich auf den Weg, um durch die Straßen von Ketsch zu ziehen, wo sie von zahlreichen Zuschauenden lautstark begrüßt wurden.

Bernd Bürkle heizte 30 Minuten vor Umzugsbeginn beim Stand des IG-Fasnachtszugkomitees die Stimmung an: Als „Ketscher Bu“ verstand er es mit seinen selbst verfassten Karnevalsliedern einmal mehr, das Publikum zum Schunkeln und Mitsingen einzuladen. Und mit dem neuen „Kneipensong“ gab es zudem eine Premiere. In der humorvollen Moderation des Umzugs wurde Bernd Bürkle unterstützt von Karin Urbansky vom Club der Knöchelträger Mannheim.

Einige Häuser entlang des Zugweges waren in den Ketscher Farben gelb-blau geschmückt. „Tankstellen“ am Straßenrand löschten Hunger und Durst, so auch am Rathaus, wo sich beim Fasnachtszugkomitee der IG Ketscher Vereine unter anderen Bürgermeister Timo Wangler und Gemeinderäte versammelt hatten.

Kurz nach 14 Uhr setzte sich die Parade in Bewegung, traditionell an der Spitze mit dem „Enderle von Ketsch“. Die Musikgruppe „Bagad Men Glaz“ aus Trélazé hatte die Startnummer 3. Der Verband - 1960 von Immigranten gegründet, die aus der Bretagne nach Trélazé kamen, um dort im Schieferbergwerk zu arbeiten - gab mit seiner Musik Einblicke in eine lebendige Tradition. „Bagad Men Glaz“ zündete ein Feuerwerk der Klänge. Einem wiederkehrenden Rhythmus folgend, entführte die Musikgruppe in ihren schönen Trachten an die raue Atlantikküste. Die salzige Luft war für einige Augenblicke ebenso zu spüren wie die unbändige Lebensfreude der Bretonen. Mit ihren Instrumenten - Trommeln, bretonische Sackpfeifen, Bombarden und Kegeloboen - eroberten sie die Herzen der Zuschauenden am Straßenrand.

Weitere Musikzüge - darunter auch der Musikverein 1929 Ketsch und die „Ketscher Hewwlguggler“ - sowie zahlreiche Karnevalsvereine mit Lieblichkeiten, Garden und Prunkwagen zogen durch den alten Ortskern und verwandelten den grauen Asphalt in eine bunte Festmeile.

Tanzend, singend und mit kräftigem „Ahoi“ wussten die Teilnehmenden zu begeistern. Den Abschluss der 80 Zugnummern bildete die KG Narrhalla mit ihren Kinder- und Jugendgruppen, Prinzessin Jennifer II. aus dem Haus Schmitt mit ihrem Maskottchen Stitch und natürlich dem Elferratswagen.

Immer wieder brandete die Begeisterung auf und das herzlich-donnernde „Ketsch Ahoi“ vertrieb zwischendurch sogar ein paar Wolken, so dass sich die Sonne ihren Weg durch die Straßen bahnte und die fliegenden Süßigkeiten regelrecht zum Glitzern brachte: ein Paradies für Kinderherzen und eine Oase närrischer Leichtigkeit für alle Besucher.        

Prämierungen:

Engagement und Ideenreichtum: Die Teilnehmer des 72. Fasnachtsumzuges hatten wieder viel Zeit und Arbeit in den Bau ihrer Motivwagen und in das Nähen ihrer Kostüme gesteckt. Sie alle bereicherten den bunten Lindwurm und trugen dazu bei, dass das Straßenspektakel ein voller Erfolg wurde.

Zehn Preisrichter hatten die Qual der Wahl: Norbert Mutterer, Rainer Fuchs, Oliver Schmahl, Michaela Issler-Kremer, Gisela Schäfer, Ingrid Maldet, Michael Rößler, Roland Plappert, Gerd Welker und Claudia Burkard beobachteten das närrische Treiben nicht nur zum Vergnügen, sondern gleichsam mit Argusaugen, um eifrig Punkte zu vergeben. Hierbei bewerteten sie unter anderem den Einfallsreichtum, die Originalität und die Stimmung, die verbreitet wurde.

Nach der Auswertung kam es zu folgender Preisverteilung:

Fußgruppen:

  • Platz 1: Abi 2022 für die süße Entführung in die filmische Welt der Schokoladenfabrik von Willy Wonka.
  • Platz 2: Tennisclub für seine spielerische Devise „Egal ob Skat, Poker oder Tennis - wir haben das Ass auf der Hand“.
  • Platz 3: AGAA für die tolle Piraten-Crew.

Motivwagen:

  • Platz 1: BKA 02 für die farbenfrohe Umsetzung des Films „Der Grinch“ - nach dem Motto: „An der besinnlichen Zeit hot er sich schun versucht, jetzt ist die Fasnacht in Gefahr - verflucht“.
  • Platz 2: Abi 92 mit „Zuckersüß, verrückt und fein, so soll unser Fasching sein“.
  • Platz 3: AGAA mit „Piraten entern die Welt - wir drehen am Ruder, bis sie uns gefällt“.

Die Junge Union Ketsch hatte wieder einen Förderpreis von 150 Euro gestiftet, der dieses Mal an die AGAA-Fußgruppe ging. sas/Foto: Janson

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