Kindertheater
Hexen will gelernt sein
Das ansprechende Bühnenbild entführt zu einem kleinen Häuschen mit Briefkasten, Gartenzaun und Blumen. Warum das Haus so klein ist, erfährt das Publikum gleich zu Beginn der überaus gelungenen Inszenierung: Die Hexe Agathe Wackelzahn hat mal wieder gezaubert, obwohl die böse Oberhexe es verboten hat. Denn Agathe ist trotz vielen Versuchen noch nicht sehr geübt im Hexen, und so misslingt der eine oder andere Zauberspruch!
Das Theater Doris Batzler ist zu Gast in der Gemeindebücherei und nimmt die Kinder im voll besetzten Ferdinand-Schmid-Haus mit auf eine vergnügliche Reise in die Welt der Fantasie und Zauberei. Vom ersten Augenblick an ist Hexe Agathe in ständigem Dialog mit den Mädchen und Jungen, die das Geschehen auf der Bühne sehr aufmerksam mitverfolgen, sich im Nu mit der Hexe anfreunden und ihr bei allen Unternehmungen eifrig mithelfen.
Mit viel Situationskomik wird gezaubert, was das Zeug hält. So verwandelt sich Rabe Bert unfreiwillig in einen Schuh, Agathe hat plötzlich eine Zahnlücke und eine Maus beklagt sich über ihre Löwenmähne. Doch mancher Zauber gelingt auch und die Kinder staunen über das Malbuch, dessen leere Seiten plötzlich voller bunter Motive sind... Und die Oberhexe wird in eine Fliege verwandelt und kann gegen Agathe nichts mehr ausrichten!
Doris Batzler, die seit mehr als 30 Jahren mit Auftritten auf der Bühne steht, überzeugt bis ins Detail mit exzellenter Darstellung ebenso wie mit handgemachten Puppen und Kostümen. Die ausgebildete Schauspielerin versteht es, ihr Publikum in den Bann zu ziehen. Mimik und Gestik stehen im Einklang und jede vermeintliche Kleinigkeit ist von großer Bedeutung. Doris Batzler agiert mit hoher Sensibilität, nimmt jede Regung des Publikums wahr und reagiert darauf mit kreativer Spontaneität.
Als sich Agathe mit ihrem Boot auf die Reise zur Insel Bongo macht, um dort die Spinne Esmeralda zu besuchen, ist sie auf die Hilfe der Kinder angewiesen. Diese pusten kräftig mit und sorgen für genügend Wind, bis die Hexe die Insel erreicht. „Mach‘s gut!“, rufen die Mädchen und Jungen ihrer lieb gewordenen Freundin zum Abschied zu. sas/Foto: Janson
