Freiwillige Feuerwehr
Neues Mehrzweckboot getauft
Das neue Mehrzweckboot der Freiwilligen Feuerwehr Ketsch hat einen Namen: Im Beisein der Feuerwehrkameradinnen und -kameraden sowie zahlreichen Gemeinderatsmitgliedern wurde es auf den Namen „Evchen“ getauft.
Kommandant Sven Schmitt hob hervor, dass der Ketscher Feuerwehr mit dem neuen Mehrzweckboot nun moderne, leistungsfähige Einsatzmöglichkeiten für Wasserrettung, Hochwasserschutz und technische Hilfeleistung zur Verfügung stehen. Gerade in einer Region, in der Rhein, Altrhein und Seenlandschaften eine zentrale Rolle spielen, sei dieses Boot ein unverzichtbares Einsatzmittel.
Das Mehrzweckboot sei im Rahmen einer Sammelbestellung des Landes Baden-Württemberg beschafft worden. Die landesweite Bündelung habe nicht nur die Beschaffung erleichtert und für deutlich bessere Konditionen gesorgt, sondern auch dafür, dass Feuerwehren in ganz Baden-Württemberg einheitlich und hochwertig ausgestattet werden. „Dies ist ein starkes Zeichen für die Bedeutung unserer Arbeit!“ Kommandant Schmitt kam darauf zu sprechen, warum der Name Evchen gewählt worden war: Ketsch werde oftmals liebevoll als Enderlegemeinde bezeichnet – und das nicht ohne Grund. Die Figur des Enderle von Ketsch sei ein fester Bestandteil der lokalen Identität. Die Sage verbinde historische Ereignisse mit legendenhaften Elementen.
„Diese Geschichten haben Enderle zu einem Symbol für Mut, Gerechtigkeitssinn und unbeirrbares Handeln gemacht – Werte, die uns bei der Feuerwehr besonders nahestehen. Seit vielen Generationen ist diese Sage Bestandteil unserer örtlichen Identität. Deshalb haben wir entschieden, dass der Name unseres neuen Mehrzweckbootes aus der Geschichte unserer Gemeinde stammen soll. Mit dem Namen tragen wir ein Stück Heimat, Tradition und Verbundenheit mit unserem Ort auf das Wasser – und das erfüllt uns mit Stolz“, unterstrich Kommandant Schmitt und dankte allen Beteiligten.
Bürgermeister Timo Wangler nahm thematisch den Faden auf: „Der Name Evchen ist eng mit unserer Ortsgeschichte und der Sage um den Schultheiß Enderle verbunden. Nun trägt ihr Name auch Verantwortung: Wenn Evchen kommt, naht Rettung! Sie ist stabil wie eine gute Idee, stark wie ein feuerwehrtaktischer Plan und zuverlässig wie der erste Schluck Kaffee am Morgen.“ Bürgermeister Wangler wünschte dem Boot, dass es auf dem Wasser immer die richtige Richtung finden, Hilfe leisten und mit sicherem Kurs durch das nasse Element ziehen möge. „Und wenn mal eine Welle der Gelassenheit nötig ist, dann erinnere ich daran: Wir haben hier die besten Besatzungsmitglieder, die man sich vorstellen kann!“
Sachgebietsleiterin des Ordnungsamtes Larissa Schreiber aus dem Rathaus fungierte sodann als Taufpatin: „Zur Ehrung der Geschichte unseres Ortes, zum Schutz der Menschen auf und am Wasser und zur sicheren Rückkehr der Einsatzkräfte taufe ich dieses Boot auf den Namen Evchen!“ Gemeinsam mit Bürgermeister Wangler schritt Larissa Schreiber zur Tat und mit viel Schwung wurden die Sektflaschen gegen das Boot geworfen. Mit Erfolg - denn sie gingen, wie gewünscht, zu Bruch.
Den ökumenischen Segen gab es anschließend von Pfarrerin Dr. Franziska Beetschen und Diakon Heiko Wunderling in Form von Gebeten. „Zu einer Taufe gehört Wasser“, sagte Pfarrerin Beetschen mit Blick in Richtung Himmel, der mit kräftigem Regen alle Schleusen geöffnet hatte. Die Feuerwehr lebe christliches Miteinander vor: durch das Füreinandereinstehen, die Fürsorge und das Helfen in Not und Gefahr.
Diakon Wunderling gestand, dass er sich schon als Kind für die Freiwillige Feuerwehr begeistert habe und als Jugendlicher auch mit dabei gewesen sei. Die Leistung der Freiwilligen Feuerwehr verdiene Hochachtung und Respekt. Sie handeln wie Engel, haben aber anstelle von Flügeln die schweren Pressluftatmer auf dem Rücken, hob Diakon Wunderling hervor.
Nach der Segnung blieb Zeit, um die Gläser zu erheben und anzustoßen - mit den Worten von Bürgermeister Wangler: „Auf Evchen – auf Sicherheit, Mut und gute Zusammenarbeit! Auf dass sie alle ihre Einsätze zielstrebig und ohne nasse Füße meistert. In diesem Sinne: Willkommen, Evchen!“ sas/Fotos: Janson






