Asiatische Tigermücke

Brutstätten erkennen und beseitigen

Bildercollage mit verschiedenen Brutstätten der Tigermücke

In Ketsch haben sich seit 2021 Asiatische Tigermücken (Aedes albopictus) angesiedelt. Da diese sehr aggressiv sind, schnell zu einer Plage werden und auch Krankheiten übertragen können, sollten von allen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Ketsch Maßnahmen ergriffen werden, damit ihre Populationsdichte möglichst niedrig gehalten wird.

Die Gemeindeverwaltung hat die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V. (KABS) für diese Saison lediglich mit drei Bekämpfungsdurchgängen im Befallsgebiet und der Durchführung eines Monitorings im gesamten Ort beauftragt. Daher wird es nur drei Begehungen der Grundstücke und Behandlungen von Brutstätten durch Fachkräfte der KABS in diesem Jahr geben. Eine dreifache Begehung der Grundstücke ist nicht mit einer systematischen Bekämpfung gleichzusetzen. Die KABS kann nicht für eventuell auftretende massive Belästigungen durch Tigermücken verantwortlich gemacht werden.

Umso wichtiger ist es, dass nun zu unser aller Wohl alle Ketscher Bürgerinnen und Bürger eigenverantwortlich Maßnahmen ergreifen, um eine Vermehrung der Asiatischen Tigermücke auf dem eigenen Grundstück zu unterbinden und einer Plage entgegenzuwirken.

Die KABS bietet den Bürgerinnen und Bürgern hierbei Unterstützung an, indem der Gemeindeverwaltung Ketsch Bti-Tabletten zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke zur Verfügung gestellt werden, die kostenfrei an der Rathaus-Pforte sowie auch in der Gemeindebücherei erhältlich sind.

Die wirksamste Maßnahme zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke besteht in der Vermeidung und Beseitigung von Brutmöglichkeiten. Tigermücken entwickeln sich innerhalb einer Woche in wassergefüllten Behältnissen, die sich in Gärten oder auf Balkonen befinden. Hierzu zählen beispielsweise Regentonnen, Übertöpfe, Untersetzer, Gießkannen und Tiertränken, aber auch Hofgullys, verstopfte und durchhängende Dachrinnen sowie hohle Zaunpfähle. Da Tigermücken nur wenige hundert Meter weit fliegen, stammen die attackierenden Exemplare entweder vom eigenen Grundstück oder aus der unmittelbaren Nachbarschaft.

Handlungsempfehlungen

Die im Folgenden beschriebenen Maßnahmen sollten in der Zeit von Anfang April bis Anfang Oktober konsequent umgesetzt werden. Außerhalb dieses Zeitraums findet keine Vermehrung der Tigermücken statt, ein Großteil der im Herbst abgelegten Eier übersteht jedoch unbeschadet den Winter.

  • Verhindern Sie effektiv die Vermehrung von Tigermücken, indem Sie Gefäße entweder so lagern, dass sich kein Wasser darin ansammeln kann oder indem Sie Wasserbehältnisse lückenlos abdichten. Bei Regentonnen haben sich hier im Handel erhältliche engmaschige Moskitonetze mit Gummizug bewährt. Auch das einmal wöchentliche, vollständige Entleeren von wassergefüllten Behältnissen wie zum Beispiel Tiertränken ist eine sinnvolle Maßnahme, um einer Vermehrung vorzubeugen.
  • Falls diese Maßnahmen nicht für alle Brutstätten umsetzbar sind, können die verbliebenen Brutmöglichkeiten 14-täglich mit Bti-Tabletten behandelt werden. Diese Tabletten beinhalten einen Eiweißstoff, der nur für die Larven weniger Mückenarten tödlich ist. Für andere Tiere, beispielsweise Bienen, Hunde, Katzen, Igel, Vögel, Reptilien, Amphibien und natürlich auch für den Menschen ist der biologische Wirkstoff völlig unbedenklich.
  • Zusatztipp: Tigermückeneier können beseitigt werden, noch bevor die Larven schlüpfen! Die Weibchen kleben ihre Eier sehr fest an die Innenwand von wassergefüllten Gefäßen. Mit mindestens 60°C heißem Wasser können diese Eier in den Behältnissen abgetötet werden. Alternativ können die Eier mit einer Bürste aus den Gefäßen entfernt werden: Hierzu den Innenrand kräftig abschrubben, Gefäß und Bürste anschließend mit sauberem Wasser ausspülen und das Wasser samt Eiern einfach auf die Erde oder den Boden gießen – aber bitte nicht in den nächsten Gully!

Warum bekämpfen?

Die ursprünglich aus Südostasien stammende Asiatische Tigermücke wird durch den globalen Reise- und Handelsverkehr bereits seit Jahrzehnten weltweit verbreitet und trifft mittlerweile auch in Deutschland durch mildere Temperaturen auf geeigneten Lebensraum.

Wird sie nicht bekämpft, kann sie sich in klimatisch begünstigten Regionen wie der Oberrheinebene in den Sommermonaten stark vermehren und zu einer regelrechten Plage werden. Darüber hinaus stellt sie ein Gesundheitsrisiko dar, denn sie kann eine Vielzahl von Krankheitserregern wie das Dengue-, Zika-, Chikungunya- und das Westnil-Virus auf den Menschen übertragen. Die Tigermücke trägt die Krankheitserreger aber nicht von Natur aus in sich, sondern muss zunächst einen infizierten Menschen stechen, bei dem die entsprechenden Viren im Blut vorhanden sind. Diese Viren sind in Süddeutschland zwar aktuell nicht verbreitet, werden aber regelmäßig durch Reiserückkehrer eingeschleppt. Vor allem bei längeren Wärmeperioden besteht das Risiko, dass das Virus innerhalb etwa einer Woche über die Tigermücke von einer infizierten auf eine weitere Person übertragen wird.

Aber nicht nur Menschen, sondern auch Hunde können in Mitleidenschaft gezogen werden. So kann die Asiatische Tigermücke auch Fadenwürmer übertragen, welche die Herzwurmerkrankung bei Hunden verursachen. KABS/Foto-Collage mit Brutstätten: S.Ohl, TIGER, A.Jöst, KABS

Umfangreiche Informationen zur Asiatischen Tigermücke gibt es auf der Webseite unter www.kabsev.de